Zwischen wissenschaftlicher Expertise und politischem Diskurs: Wissensgeschichtliche Perspektiven auf die Konstruktion sozialer Ungleichheit (Workshop)
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Titel
Zwischen wissenschaftlicher Expertise und politischem Diskurs: Wissensgeschichtliche Perspektiven auf die Konstruktion sozialer Ungleichheit (Workshop)Termin
24. - 25.02.11Ort
Humboldt-Universität Berlin, Hauptgebäude, Raum 2103Downloads (PDF)
Was unter „sozialer Ungleichheit“ verstanden wird und wie damit umgegangen wird, variiert je nach
gesellschaftlichem und historischem Kontext. Doch auf welche Weise das politische Handeln, die
Bilder von und das Reden über Ungleichheit zusammenhängen, ist nicht immer klar. Dabei haben sich
Historikerinnen und Historiker in den vergangenen Jahren zunehmend mit den vielfältigen Bezügen
zwischen wissenschaftlichem Wissen und gesellschaftlicher Selbstverständigung auseinander gesetzt.
In diesem Zusammenhang ist wiederholt hervorgehoben worden, dass den Sozialwissenschaften im
20. Jahrhundert die Deutungshoheit in sozialen Fragen zukam, und dass deren Expertise in den
entstehenden Sozialstaaten als Grundlage politischer Entscheidungen diente. Doch wie genau und
warum unterschiedliche Repräsentationen sozialer Ungleichheit jeweils handlungsrelevant wurden, ist
bis dato nur unzureichend untersucht worden. Vor diesem Hintergrund befasst sich der geplante
Workshop mit dem Wissen über soziale Ungleichheit, das Gesellschaften im 20. Jahrhundert zur
Verfügung stand – und mit der Frage, wie dieses Wissen sozialpolitische Entscheidungen informierte
oder sich seinerseits an politischen Vorgaben ausrichtete. Im Zentrum der gemeinsamen Diskussion
sollen damit ebenso die Bilder, Daten und Klassifikationen stehen, mittels derer sich Akteure in
unterschiedlichen europäischen Staaten über soziale Ungleichheit verständigten, wie die mediale
Vermittlung dieses Wissens von einem Handlungsfeld in das andere.
Mit Blick auf die Bezüge zwischen beschreibender Sozialwissenschaft, beschriebener Gesellschaft und
Öffentlichkeit zielt der Workshop darauf ab, soziologische und historische Perspektiven
zusammenzuführen. Eingeladen werden Forscherinnen und Forscher, die sich in der Soziologie auf der
einen und den Geschichtswissenschaften auf der anderen Seite mit Konstruktionen sozialer
Ungleichheit befassen. Gerade der Versuch, die Erzeugung von Wissen über soziale Fragen zu
historisieren, erfordert einen interdisziplinären Zugang. Umso sinnvoller scheint es, sich in einem
fächerübergreifenden Dialog mit der Rolle sozialwissenschaftlicher Experten, mit den Kategorien,
mittels derer das Soziale geordnet, mit den Diskursen über Gleichheit und Gerechtigkeit, in die diese
Ordnungen eingebunden und mit den Medien, mittels derer sie imaginiert und vermittelt wurden, zu
befassen.
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