Repräsentationsformen des Anderen
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Titel
Repräsentationsformen des AnderenTermin
24. - 25.06.11Ort
Auditorium des Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrums, Geschwister-Scholl-Straße 1/3Downloads (PDF)
Migranten in Westeuropa und den USA im 20. Jahrhundert
Die Ankunft von Migranten beeinflusste und veränderte im 20. Jahrhundert die Gesellschaften West-europas und der USA. Menschen verließen ihre vertraute Umgebung, um in andere Regionen, Länder und Weltteile zu ziehen, Menschen trafen in ihrer vertrauten Umgebung auf Migranten, die aus an-deren Regionen, Ländern und Weltteilen kamen.
Dieses Aufeinandertreffen von Einwanderern und derjenigen Bevölkerung, die sich selbst als ein-heimisch erachtete, steht im Fokus des Workshops. Dabei soll es nicht um Gründe für die Migration und auch nicht um Bedingungen im Herkunftsland gehen. Vielmehr soll untersucht werden, wie im Aufeinandertreffen das Eigene und das Andere ausgehandelt, Selbst- und Fremdbilder konstruiert wurden. Dies kann anhand von Repräsentationen untersucht werden, die nicht als Abbilder von Ge-sellschaft, (politische) Vertretung oder als etwas, das unabhängig von ihnen vorhandene ‚Realitäten‘ beschreibt, verstanden werden. Im Gegenteil: Repräsentationen richten Realitäten aus, machen sie erfahr- und beschreibbar, sind dadurch Teil dieser ‚Realität‘ und nicht lediglich deren ‚Abbilder‘.
Der Workshop will hierbei zwei Untersuchungsbereiche zusammenführen, die in der Forschung meist separat betrachtet werden. Der erste Untersuchungsbereich sind die Migranten und ihre communi-ties; der zweite diejenigen Akteure und Institutionen, die sich mit den Migranten beschäftigten. Im ersten Untersuchungsfeld stehen die Migranten als aktive Subjekte im Interesse. Es soll untersucht werden, welche Repräsentationsformen sie entwickelten, um ihre Sicht von sich, den anderen und ihrer Situation kundzutun, sie auszudrücken und Wirklichkeit werden zu lassen. Der Fokus des zwei-ten Untersuchungsfeldes hingegen liegt auf den Akteuren und Institutionen, aus deren Sicht die Mig-ranten vor allem Objekte waren, mit denen man sich auseinandersetzen und sie untersuchen musste, da sie Hilfe bedurften, die vertraute Ordnung herausforderten oder schlichtweg als Bedrohung und Problem empfunden wurden. Im Interesse stehen hierbei Repräsentationsformen, anhand derer kulturelle Differenz, Wissen über sich und die Anderen sowie Klassifikationen artikuliert und herge-stellt wurden.
Indem Arbeiten aus beiden Untersuchungsfeldern auf dem Workshop zusammengebracht werden, sollen Wechselbeziehungen zwischen den Migranten und den Akteuren, die sich mit ihnen beschäfti-gen, herausgearbeitet werden. Es soll untersucht werden, ob Konzepte und Vorstellungen von einer Gruppe zur anderen transferiert wurden, ob sich die eine Gruppe die Konzepte der anderen aneigne-te oder sie bewusst ablehnte und ob sich in diesem Prozess die Grenzen zwischen dem Eigenen und dem Anderen verhärteten oder sie im Gegenteil durchlässiger wurden oder sich sogar vollständig auflösten. Repräsentationsformen des Anderen sind hier somit in zweifacher Hinsicht und in einem Wechselverhältnis zu verstehen: als Repräsentationsformen, die der Andere besaß, und als Reprä-sentationsformen, die man selbst vom Anderen hatte.
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