Parlamentarische Kulturen (Tagung)
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Titel
Parlamentarische Kulturen (Tagung)Termin
21. - 23.07.10Ort
Deutscher Bundestag und Humboldt-Universität zu BerlinDownloads (PDF)
Parlamentarische Kulturen vom Mittelalter bis in die Moderne: Reden - Räume - Bilder
Veranstalter: Prof. Dr. Johannes Helmrath, Dr. Jörg Feuchter, in Kooperation mit der "International Commission for the History of Representative and Parliamentary Institutions"
Kontakt: feuchterj@geschichte.hu-berlin.de
Historiker betrachten moderne und vormoderne Repräsentativversammlungen gewöhnlich nicht gemeinsam. Zu groß erscheinen die Unterschiede zwischen den herrscherzentrierten und konsensorientierten Ständezusammenkünften des Mittelalters oder der Frühneuzeit und den aus allgemeinen, freien und gleichen Wahlen hervorgegangenen Parteienparlamenten mit ihrem institutionalisierten Dissens zwischen Regierung und Opposition, wie sie sich seit dem Ende des 18. Jhs. ausbildeten. Betont werden vielmehr die Brüche und Neuerungen, für die gleichsam als Chiffre die radikale Umwandlung der Generalstände zur Nationalversammlung in der Französischen Revolution steht.
Die aktuelle Forschung beginnt jedoch wieder die Kontinuitäten zwischen alten und neuen Versammlungen zu betonen, die sich insbesondere im Bereich der politischen Kultur zeigen. Wie jüngst einprägsam formuliert wurde, stehen auch moderne demokratische Staatswesen in gewissem Sinne noch „im Schatten des Königs“ (Philipp Manow, 2008). Tatsächlich finden sich bis heute zahlreiche Weiterführungen von vor 1789 entwickelten parlamentarischen Formen. Ein wichtiger Bereich der Kontinuität ist die bereits ab dem Spätmittelalter hochentwickelte Redekultur der Versammlungen. Diese „Parlamentsoratorik“ der Vormoderne als „doppelte Repräsentation“ wird am Sonderforschungsbereich 640 „Repräsentationen sozialer Ordnungen“ an der Humboldt-Universität erforscht. Im Jahr 2006 wurde eine erste Tagung dazu abgehalten, deren Ergebnisse veröffentlicht vorliegen („Politische Redekultur in der Vormoderne. Die Oratorik europäischer Parlamente in Spätmittelalter und Früher Neuzeit“, hrsg. v. J.Feuchter und J.Helmrath, Frankfurt u. New York 2008).
Auf der Folgetagung im Juli 2010 soll versucht werden, das Verhältnis von Kontinuität und Diskontinuität in der parlamentarischen Kultur zwischen Mittelalter, Frühneuzeit und Moderne neu zu bestimmen. Neben der Redekultur soll auch nach der Räumlichkeit und der Visualisierung von Parlamenten gefragt werden. Der Schwerpunkt wird dabei auf europäischen Versammlungen liegen. Die Tagungssprachen sind Deutsch und Englisch. Die Veröffentlichung der Beiträge ist vorgesehen.
Die Tagung beginnt am 21. Juli 2010 um 15.00 im Senatssaal der Humboldt-Universität. Um 18 Uhr findet hier der öffentliche Abendvortrag statt. Am 22. und 23. Juli wird die Veranstaltung im Deutschen Bundestag fortgeführt (bis zum Abend des 23. Juli).
Das vorläufige Tagungsprogramm finden sie im PDF.
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