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Sonderforschungsbereich 640: Repräsentationen sozialer Ordnungen im Wandel
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Atom global: Kulturen und Krisen im Vergleich

 

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Informationen
Titel
Atom global: Kulturen und Krisen im Vergleich
Termin
Freitag, 25.11.11
Ort
Humboldt-Universität zu Berlin
Downloads (PDF)

Workshop zur Geschichte der Atomkraft sowie Gespräch mit dem Schweizer Schriftsteller Adolf Muschg und dem ostdeutschen Bürgerrechtler und Atom-Experten Sebastian Pflugbeil

Programm

 
Ort: Humboldt-Universität zu Berlin, Mohrenstraße 40-41, Aquarium (MO 107a)

Anmeldung bis 20.11.2011 an daniel.hedinger[at]rz.hu-berlin.de.

Die Atomkraft diente nie allein dem Zweck, elektrische Energie zu gewinnen. Die zivile Nutzung atomarer Kräfte resultierte aus deren militärischer Indienstnahme. Die Vernichtung der Erde durch die Atombombe und das Aufblühen einer technischen Moderne, gespeist aus einer nie versiegenden Energiequelle, waren die zwei Seiten der nuklearen Medaille. Die Atomkraft war Vernichtungsdrohung und Heilsversprechen zugleich.

Die zivile Atomkraft durchlief nach dem Zweiten Weltkrieg eine globale Karriere. Die ersten Reaktoren entstanden in den Vereinigten Staaten, der Sowjetunion und Großbritannien. Frankreich, Japan und andere Nationen folgten. Die atomare Kraft eroberte ihren Platz somit in höchst unterschiedlichen Gesellschaften. Hier setzt der Workshop »Atom global« an. Der Sonderforschungsbereich »Repräsentationen«, der außereuropäische Kompetenzen der Humboldt-Universität zu Berlin zusammenführt, nimmt Fukushima zum Anlass für einen Kulturvergleich aus historischer Perspektive.

Der Workshop »Atom global« fragt nach den globalen Geschichten des atomaren Zeitalters: Lassen sich kulturelle Unterschiede im Umgang mit der Atomkraft ausmachen oder überwiegen angesichts der Globalität atomarer Technologie die Gemeinsamkeiten?

 

13 Uhr - Panel 1 - Kulturen: Leben mit der Atomkraft

 

Die Atomkraft war ein prägender Faktor der Nachkriegszeit. Man begegnete ihr mit extremen Gefühlen. Sie löste sowohl Angst als auch Euphorie aus. Unsere Hypothese lautet, dass, falls wir tatsächlich von einem atomaren Zeitalter sprechen können, sich dieses in erster Linie an global geteilten Kulturen des Umgangs mit den Versprechungen und den Bedrohungen der Atomkraft ablesen ließe. Das Panel »Kulturen« fragt danach, wie die Atomkraft den Alltag der Menschen veränderte. Wie richtete man sich ein, um mit der permanenten Bedrohung zu leben? Wie wurde mit den der Atomkraft inhärenten Widersprüchen umgegangen? Der zeitliche Schwerpunkt liegt auf den Jahren des Kalten Krieges, einer Epoche also, während der die Hoffnung auf und die Angst vor der Atomkraft etwas des Wenigen waren, was Ost und West verband.

 

Elisabeth Röhrlich (Wien): Friedliche Atome im Kalten Krieg: Das globale Programm der IAEA

Stefan Guth (Bern): Vergangene Zukunft: Die sowjetische Atomstadt Schewtschenko, 1959-2016

Sibylle Marti (Zürich): Strahlenangst in der Schweiz

Tim Warneke (Heidelberg): Die Selbstzerstörung der Menschheit: Gesellschaftsanalyse und -kritik der deutschen Friedensbewegung der 1980er-Jahre

 

Moderation: Nadin Heé (Berlin), Matthias Braun (Berlin)
Kommentar: Hartmut Kaelble (Berlin)

 

16 Uhr - Panel 2 - Krisen: Der gesellschaftliche Umgang mit der Katastrophe

 

Die Krisen der Atomkraft erwiesen sich als ebenso global wie die Karriere der Technologie. Three Miles Island 1979, Tschernobyl 1986 und Fukushima 2011 lassen sich als weltweit rezipierte Ereignisse verstehen. Gleichzeitig zeigt sich aber gerade angesichts der Katastrophen, dass der Umgang mit der Atomkraft stets stark lokal geprägt blieb. Das Panel »Krisen« ist im Spannungsfeld zwischen globaler Wahrnehmung und lokalen Reaktionen angesiedelt. Es fragt nach dem Potential atomarer Krisen, gesellschaftliche Wandlungsprozesse auszulösen. Und es vergleicht die Verarbeitung atomarer Katastrophen in unterschiedlichen Kulturen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Zeit kurz vor und nach dem Ende des Kalten Krieges.

 

Susanne Schregel (Weimar): Nuklearfreie Zonen

Karena Kalmbach (Florenz): Frankreich nach Tschernobyl

Melanie Arndt (Potsdam): Politik und Gesellschaft nach Tschernobyl

Steffi Richter (Leipzig): Fukushima als transnationales Ereignis

 

Moderation: Daniel Hedinger (Freiburg)
Kommentar: Jochen Roose (Berlin)

 

19 Uhr - Gespräch - Atomare Katastrophen und Gesellschaft

 

Ort: tazcafé, taz.die tageszeitung, Rudi-Dutschke-Straße 23

Ohne Anmeldung.

Vortrag von Adolf Muschg und Gespräch mit  Sebastian Pflugbeil.

Moderation: Stefan Reinecke (taz.die tageszeitung)



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