Agrarische Gesellschaften in staatsfernen Räumen (Workshop)
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Titel
Agrarische Gesellschaften in staatsfernen Räumen (Workshop)Termin
Freitag, 15.07.11Ort
Friedrichstraße 191-193, Raum 5008Downloads (PDF)
Eine Veranstaltung des Teilprojektes »Vertrauen durch Anwesenheit«.
9.00 - 9.30
Begrüßung und Einführung: Jörg Baberowski
9.30 - 11.30
Herrschaftskrisen in agrarischen Gesellschaften
Auch wenn Bauern bis ins 19. Jahrhundert hinein fast immer von politischer Partizipation ausgeschlossen waren, so waren sie doch nicht ohne Einfluss. Wir suchen Beiträge, die Bauern als historische Akteure in den Blick nehmen und dabei zeigen, wie sie die bestehende Ordnung in Frage stellen und den Herrschenden ihr Misstrauen aussprechen. Wie vertreten Bauern ihre Interessen, und welche Strategien des Widerstands kommen dabei zum Einsatz? Wie erfolgreich sind sie dabei und wie reagiert die Obrigkeit auf ländliche Aufstände und Unruhen?
Referenten:
1. Lena Gautam
2. Dagmar Drösser
3. Sebastian Kraffzig
Moderation: Oxana Stuppo
Kommentar: Christoph Marx
11:45 – 13:45
Herrschaftspluralismus und parallele Herrschaftsstrukturen
Wenn der Staat ins Dorf kommt und die örtliche Bevölkerung mittels Gewalt oder Institutionalisierung unterwirft, geschieht dies oft nicht vollständig. Das Ergebnis ist die parallele Existenz zweier (oder mehr) Herrschaftsstrukturen. Denn auch wenn die „Eroberer“ auf sogenannte staatsferne Gesellschaften treffen, so sind diese mitnichten ordnungsfreie Räume. Denn überall dort, wo Menschen leben, gibt es Strukturen, die das Zusammenleben organisieren. Wir suchen Beiträge, die beschreiben, wie die Interaktion dieser parallelen Herrschaftsstrukturen funktioniert. Wann und wie gelingt es der neuen Herrschaft, bestehende Strukturen für sich nutzbar zu machen und welche Rolle spielen kulturelle Normen und Werte für die Persistenz der tradierten Herrschaft?
Referenten:
2. Felix Schnell
3. Oxana Stuppo
4. Daniel Zakrezewski
Moderation: Sebastian Kraffzig
Kommentar: Michael Riekenberg
13:45 – 14:45
Mittagspause
14:45 – 16:45
Etablierung und Stabilisierung staatlicher Herrschaft
Wenn Vertreter staatlicher Strukturen versuchen, Herrschaft über staatsferne oder vorstaatliche Gesellschaften auszuüben, dann sind zwei Prozesse voneinander zu unterscheiden: die Unterwerfung der Bevölkerung mittels Gewalt und die Verstetigung dieser neu gewonnenen Beziehung durch die Etablierung von Institutionen. Aber diese Herrschaftsstrukturen sind keineswegs statisch. Nicht selten unterläuft die betroffene Bevölkerung dieses Herrschaftsverhältnis durch Strategien pragmatischer Scheinakzeptanz. In Krisenzeiten wird Herrschaft angezweifelt und muss sich immer wieder neu behaupten. Zu Beginn der Herrschaft, aber auch nach Krisen sind Herrschende auf die (Re-)Stabilisierung ihres Machtanspruches angewiesen: Institutionalisierung, Gewalt, Überwachung, aber auch bildliche, sprachliche und rituelle Repräsentationen sind Mittel, die die soziale Ordnung der Machtbeziehung stützen.
Referenten:
1. Jörg Ganzenmüller
2. Benjamin Buchholz
3. Benjamin Beuerle
Moderation:Lena Gautam
Kommentar: Stefan Rinke
17:00 – 17:30
Abschlussdiskussion
Kommentare: Hannes Grandits und Alexander Nützenadel
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