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Sonderforschungsbereich 640: Repräsentationen sozialer Ordnungen im Wandel
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C6: Wissenschaftliche Beobachtung

Soziale Ordnungen, sozialer Wandel und sozialer Umbruch in wissenschaftlicher Beobachtung. Die beiden deutschen Gesellschaften im Vergleich

C6: Wissenschaftliche Beobachtung

Sozialwissenschaftliche Klassifikationen, Graphiken und Statistiken entwickelten sich im Laufe des 20. Jahrhunderts zu zentralen Medien der Beschreibung sozialer Ordnungen und wurden zu wichtigen Bezugspunkten der öffentlichen Auseinandersetzung über sozialen Wandel. Die Popularisierung dieser Repräsentationen unterstreicht dabei ebenso die Macht quantifizierender Verfahren wie sie allgemein auf die Verwissenschaftlichung des Sozialen, auf die Ausrichtung der Sozialpolitik an (sozial)wissenschaftlicher Expertise verweist.

Vor diesem Hintergrund stellt sich mit Blick auf die deutsch-deutsche Nachkriegsgeschichte die Frage, welche Vorstellungen vom eigenen gesellschaftlichen Gefüge in Ost und West jeweils dominierten. In beiden Gesellschaften waren Lebenschancen ungleich verteilt. Doch wie wurden soziale Unterschiede beschrieben – und welche Rolle spielten die Sozialwissenschaften in diesem Zusammenhang bzw. welche alternativen Formen der Verständigung über soziale Differenzen entwickelten sich?

Um sich der Dynamik von sozialer Mobilität, Benachteiligung und Privilegierung in der geteilten deutschen Nachkriegsgeschichte und im Zuge des Transitionsprozesses nach 1989 nähern zu können, ist es notwendig, sich dem Wissen zuzuwenden, dass beide Gesellschaften über sich selbst besaßen. Das Projekt geht so der Frage nach, mittels welcher Klassifizierungen, Bilder und intellektueller Schemata sich die beiden deutschen Nachkriegsgesellschaften über soziale Verhältnisse verständigten und auf welche Weise sie sich mit sozialer Ungleichheit auseinandersetzten.


SFB-Publikationen von Mitgliedern dieses Teilprojekts

  • Christiane Reinecke: Fragen an die sozialistische Lebensweise: Empirische Sozialforschung und soziales Wissen in der SED-Fürsorgediktatur.  (mehr)
  • Jörg Feuchter, Regina Finsterhölzl, Andrea Fischer-Tahir, Friedhelm Hoffmann, Johan Grußendorf, Simone Holzwarth, Maren Klotz, Michi Knecht, Veronica Oelsner, Nurhak Polat, Reet Tamme, Stefan Beck, Christiane Reinecke: Wissen und soziale Ordnung. Eine Kritik der Wissensgesellschaft. Mit einem Kommentar von Stefan Beck. SFB 640, Berlin 2010.  (mehr)
  • Christiane Reinecke: Krisenkalkulationen. Demographische Krisenszenarien und statistische Expertise in der Weimarer Republik. In: Moritz Föllmer, Rüdiger Graf (Hg): Die „Krise“ der Weimarer Republik. Zur Kritik eines Deutungsmusters, Campus, 2005. S. 209-240  (mehr)


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