Transfer lokalisiert
Barbara Schulte (Hg): Transfer lokalisiert. Konzepte, Akteure, Kontexte. Leipziger Universitäts-Verlag, Leipzig 2006.
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Zu diesem BuchDas Heft nähert sich aus unterschiedlichen disziplinären und geographischen Perspektiven dem Phänomen des Transfers – dem multidimensionalen, reziproken Austausch zwischen nationalen und transnationalen, auf sozialer, kultureller, ökonomischer oder diskursiver Ebene operierenden Räumen und Akteuren. "Lokalisieren" versteht sich dabei bewusst mehrdeutig: Auf einer forschungspragmatischen Ebene geht es darum, Transferprozesse in der Empirie der Fallstudie analytisch zu verorten. "Lokalisieren" verweist auch auf die Rolle des konkreten Raumes: Unter welchen spezifischen lokalen Bedingungen lassen sich Transferprozesse verorten, auf welche Resonanz treffen sie in bestimmten Kontexten? Damit verbunden sind Fragen nach Aneignungs- und Transformationsprozessen durch Domestizierung, Indigenisierung und Hybridisierung, aber auch nach einer Verräumlichung von Transfer (etwa in Form von Denkmälern und Gebäuden) oder seiner Enträumlichung (etwa durch Prozesse der Kosmopolitisierung). Schließlich soll "Transfer lokalisiert" auch das fast paradox anmutende Spannungsverhältnis beleuchten zwischen dem dynamischen Charakter von Transfer und der in vielen Untersuchungsdesigns konstruierten Annahme von weitgehend autochthonen Traditionen: Die Grenzen zwischen ‚traditionell’ und ‚indigen’ auf der einen Seite und ‚modern’ und ‚ausländisch’ (oder ‚westlich’) auf der anderen verschwimmen aus der Transfer-Perspektive und konstituieren sich je nach Kontext und Akteursinteressen immer wieder neu. |
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