Die Vermessung der Diktatur: Zwischen 'archival revolution' und 'new cultural history': Neuere Literatur über die Sowjetunion vor dem Zweiten Weltkrieg
Matthias Braun: Die Vermessung der Diktatur: Zwischen 'archival revolution' und 'new cultural history': Neuere Literatur über die Sowjetunion vor dem Zweiten Weltkrieg.
Verfasser:
Abstract:
Die umfangreiche Stalinismusforschung wird seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion von zwei Aspekten geprägt. Aufgrund der "archival revolution" sind umfangreiche, bisher unzugängliche Archivmaterialien verfügbar geworden. Und in Abgrenzung von Vertretern der Totalitarismustheorie und deren Revisionisten hat auch in diesen Forschungsbereich die "new cultural history" Einzug gehalten, so dass Repräsentationen, Sinnzuschreibungen, diskursive Praktiken und Aushandlungsprozesse im Mittelpunkt stehen.
Untersucht
werden die Entscheidungsträger und die Ausführenden des stalinistischen
Terrors, ihre Netzwerke, Motivationen und Vorstellungswelten. Zudem
erlaubt das neue Archivmaterial die Diktatur an ihren räumlichen
Grenzen – auf dem Dorf und in der Peripherie des Reiches – und den
inneren Grenzen der Durchsetzbarkeit zu untersuchen. Das Gerüst der
Diktatur bilden schließlich die Kader, deren oft vielschichtige
Loyalitäten sich in der Übernahme der Herrschaftssprache oder in der
Verortung der eigenen Biographie in den stalinistischen Gesamtdiskurs
ausdrücken können.
erschienen in:Zeitenblicke 6 (2007) 2 Seite 1 bis 21 |
Der Text ist online verfügbar unter:
http://www.zeitenblicke.de/2007/2/braun/index_html
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