Shukrullo. Die ohne Leichentuch Begrabenen
Ingeborg Baldauf (Hg): Shukrullo. Die ohne Leichentuch Begrabenen. Erinnerungen und Gedanken eines verfolgten Dichters. Reichert, Wiesbaden 2006.
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Zu diesem Buch
Politische Verfolgung an der sowjetischen Peripherie, erzählt und erinnert durch den uzbekischen Dichter Shukrullo.
Übersetzung aus dem Uzbekischen und Kommentar von Ingeborg Baldauf.
Dieses Buch ist eine sehr persönliche Erzählung und zeichnet die seelische Verfasstheit eines Verfolgten nach, von der anfänglichen Zuversicht, alles handle sich um einen Irrtum und werde sich schnell aufklären, über die Verzweiflung des zu Unrecht Abgeurteilten bis zur nackten Angst vor einem brutalen Tod im Gulag. Der Titel des Buchs verweist deutlich genug auf eine von Shukrullos großen Ängsten: die Vorstellung von einem unwürdigen Ende in der Fremde. Zugleich ist das Buch eine Erzählung über die Liebe in vielen Erscheinungsformen - von der abgewiesenen, zurückgestoßenen Liebe des Dichters zu seinem Heimatland bis zu der verzweifelten Hoffnung auf die Treue der geliebten Gattin, und immer wieder über die Liebe zur Poesie. Es ist ein Buch über die Suche nach Recht und Gerechtigkeit, geschrieben aus dem abgeklärten, in der Erfahrung hellsichtig gewordenen Bewusstsein, wie eitel diese Suche sein kann, und doch kaum je ironisch und gewiss nie zynisch. Indem Shukrullo in der Struktur seiner Erzählung Erleben, Erinnern und Erwartung ineinander verschränkt, enthebt er ihre Grundgedanken über Gerechtigkeit und Tyrannei, menschliche Schwäche und Größe und über die Angst der Zeitlichkeit - was vorgestern passiert ist, geschieht heute wieder und könnte morgen erneut wiederkehren.
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